Derek Jarman's Gardens
Für den Schluss haben wir uns noch "Derek Jarman´s Garden" (10) aufgehoben. Direkt am Meer, südöstlich von London auf der Halbinsel Dungenness gelegen: ein einfaches, schlichtes Holzhaus mit einem Garten. Es wächst hier nicht viel in der Kieslandschaft direkt am Meer. Ein krasser Kontrast zu den paradiesischen Verhältnissen der letzten Tage. Das ganze besteht nur aus ein paar Cottages und einem Atomkraftwerk, nur ein paar hundert Meter entfernt. Es ist ein sehr unwirklicher Ort, zerrissen von der Schönheit der Natur und dem Schrott der Fischer, der überall herumliegt. Das Kraftwerk im Hintergrund macht die Stimmung perfekt.
Es ist der Garten von Maler und Filmemacher Derek Jarman, der hier bis zu seinem frühen Aids-Tod 1994 hier gelebt hat. Hier verbrachte er seine letzten Jahre. Dabei ging er immer zum Strand und sammelte Feuersteine, Treibholz, Korkschwimmer und rostiges Metall. Es ist wirklich interessant was so alles in der Nordsee schwimmt. Unter anderem eine alte Ankerkette, Bootshaken, Sprungfedern und Bojen. Aus diesen Fundstücken baute er Objekte die er in seinen Garten miteinbezog. Der Garten besteht aus Beeten. Dort wurde der Kies ausgegraben und durch Mist ersetzt. Der Mist ist das einzig positive für die Pflanzen hier, die sich ansonsten auf wenig Regen und reichlich Wind und Sonne einstellen müssen.
Es ist jedoch erstaunlich was man mit der richtigen Pflanzenauswahl erreichen kann. Dieser Garten ist ein kleines Paradies mitten im nichts. Das Haus wird heute noch vom Lebensgefährten Jarman´s, Keith Collins bewohnt. Er kümmert sich auch um den Garten. Besucher sind willkommen, wenn sie die Stille respektieren, sich unauffällig bewegen und nicht durch die Fenster schauen. Zum Schluss ist zu sagen, dass diese England-Reise unsere kühnsten Erwartungen übertroffen hat. Die ganze Gartenkultur ist der Wahnsinn.
Ein Beispiel ist die Stiftung "The National Trust". Diese kümmert sich um die Instandhaltung von Parks und Gärten, wenn die Besitzer dazu nicht mehr in der Lage sind. Die Stiftung zählt sieben Millionen Mitglieder die alle 30 Pfund (50 Euro) Jahresbeitrag zahlen und somit freien Eintritt in alle Gärten der Stiftung haben. Es sei von unserer Seite angeraten, über eine Mitgliedschaft nachzudenken, wenn man mehr ls drei Gärten des "National Trust" besucht. Da der durchschnittliche Eintritt für einen Garten zwischen 5 und 10 Pfund (7 - 15 Euro) liegt.
Desweiteren sollte man sich auf FastFood einstellen, da die Englische Küche in dieser Hinsicht ja eh weltberühmt ist. Sollten sie Interesse an einer ähnlichen Fahrt haben, möchte ich ihnen diese zwei Bücher ans Herz legen:
Gärten in Südengland, erschienen bei Dumont. Geschrieben von Anja Maubach. Sie war mehrere Jahre in England als Staudengärtnerin und bereiste sehr viele Gärten. Dieses Buch beschreibt die Schönsten und war der Dreh und Angelpunkt unserer Reise. Es bietet einen sehr guten Überblick über die vielen guten Gärten, die es dort gibt. Wirklich sehr empfehlenswert. ISBN 3-7701-4973-4 - Jetzt bei amazon.de bestellen: Gärten in Südengland
Englische Gartenlust - Von Cornwall bis Kew Gardens, erschienen bei Schöffling & Co.Geschrieben von Peter Sager. Dieses Buch erzählt spielerisch von der Geschichte der Englischen Gartenkunst und birgt viele interessante, witzige und wissenswerte Annekdoten in sich. Ebenfalls sehr empfehlenswert. ISBN 3-89561-567-6 - Jetzt bei amazon.de bestellen: Englische Gartenlust
©Alexander Seufert
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